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//love your neighbour

Wie wichtig ist das Thema "Nächstenliebe" und was kann es bei anderen auslösen?

 

Seinen Nächsten so zu lieben wie sich selbst ist bestimmt nicht immer einfach. Trotzdem gehört es zu meinem und dem Lebensstil ganz vieler anderer Menschen. In diesem Blogbeitrag werde ich meine Meinungen und Erfahrungen bezüglich der Nächstenliebe mit dir teilen. Hier erfährst du mehr Persönliches über mich und mein Leben. 

 

 

Was ist Nächstenliebe überhaupt? 
Menschen sind oft nicht so, dass man sie automatisch liebt. Seine Gefühle gegenüber anderen Personen kann man nicht einfach so beeinflussen und dann jemanden so zu lieben, wie man sich selbst liebt - das tönt definitiv einfacher als es ist. 
Nächstenliebe ist mehr als eine Entscheidung als ein Gefühl. Ich kann mich entscheiden ob ich jemandem respektvoll, wohlwollend, freundlich und liebevoll begegne, selbst wenn er mir nicht unbedingt sympathisch ist. Nächstenliebe bedeutet also, dass man bereit ist, den anderen wertzuschätzen, trotz seinen Schwächen. Man ist grosszügig mit den Fehlern des Anderen und schnell im Verzeihen. 
Meine Erfahrungen
Ich habe mich nie sehr schwer damit getan, meine Nächsten zu lieben - nun, das dachte ich jedenfalls.
Müde und glücklich bald daheim zu sein, machte ich mich vor ein paar Wochen auf den Nachhauseweg. Ach war ich froh, keine Freundin getroffen zu haben, die mich vollquatschen konnte. Kennst du diese Tage auch, wenn du einfach so gar nicht in Plauderstimmung bist? Ich stieg also in den Bus ein. Die schwere Tasche auf der linken Schulter, in der rechten Hand meinen geliebten schwarzen Pulli, Kopfhörer auf, abgeschottet vom ganzen Lärm. Ich setzte mich schräg hinter ein älteres Ehepärchen und packte mein Buch aus. Als ich dann in Gedanken versunken meine Schuhe betrachtete stich mir sofort der offene Schnürsenkel ins Auge. Schnell legte ich das Buch zur Seite, den Fuss ein wenig auf das Sitzpolster und begann einen neuen Knoten zu knüpfen. Auf einmal rief die Dame vor mir etwas zur Busfahrerin. Alle Blicke richteten sich zu mir. Ich schaltete meine Musik aus und hörte der Frau zu. Das sei doch eine Frechheit und absolut anstandslos, so mit den Dingen umzugehen. Überhaupt habe die heutige Jugend ja sowieso keinen Anstand mehr und mache nur noch was sie will. „Nehmen Sie die Füsse runter, aber sofort!" - blablabla. In mir kochte es. In dieser kurzen Zeit entwickelte ich so eine Wut gegenüber dieser Frau. Wie konnte man wegen einer solchen Kleinigkeit einen solch grossen Aufstand verursachen? Ich wollte es einfach nicht verstehen. Die ganze Busfahrt über nervte ich mich innerlich furchtbar über das ganze Szenarium. Ich schämte mich nicht. Ich hasste sie wegen dem nicht, aber trotzdem hatte sich irgendetwas in mir sehr gestört gefühlt. Ich bat Gott um Ruhe und Geduld und dass ich vergeben konnte. Zu Hause wichen die schlechten Gefühle und Gedanken allmählich. 
Wie konnte ich wegen einer solchen Kleinigkeit eine solche Wut gegenüber dieser Frau aufbauen? Warum löste das in mir ein solches Gefühlschaos aus? 
Die letzten Wochen hatte ich immer wieder derartige Begegnungen im Bus oder Zug. Ich glaube Gott will mich gerade ein wenig Nächstenliebe für die Menschen lehren, die mir nicht schon von Beginn an super    sympathisch vorkommen. Jemanden zu mögen, der dir Gutes tut und freundlich ist, das ist einfacher - viel einfacher. 
In einem nächsten Abschnitt erzähle ich ein wenig was Nächstenliebe bewirken kann und was die Bibel dazu sagt. Egal ob du an Gott glaubst oder nicht - Nächstenliebe ist ein sehr wichtiges Thema! 
Bis bald! 

 

Eine nächste Erfahrung
Wenige Wochen nach der Begegnung mit dem älteren Ehepaar im Bus kam eine nächste Herausforderung auf mich zu. Das Ganze geschah wieder auf dem Nachhauseweg. Eines Donnerstags eilte ich zum Bahnhof um den Zug zu erwischen. Zu Hause wartete eine lange Musikprobe auf mich. Somit versuchte ich mich auf der Fahrt ein wenig zu entspannen. Der Zug war überfüllt, sodass ich mich müde auf einen der drei freien Klappsitze fallen liess. Ich setzte also meine Kopfhörer auf und verschlang mein neues Buch. Plötzlich unterbrach mich eine Stimme. Eine etwas ältere Dame stand unmittelbar vor mir und starrte mich mit bösen Augen und offenem Mund an. Rasch drückte ich den Pausenknopf. Die Musik verstummte. „Rücken Sie auf den anderen Stuhl! Hallo? Hören Sie mich?“ Schnell nahm ich in der Mitte Platz und versuchte sie freundlich und entschuldigend anzulächeln. Vorsichtshalber liess ich meine Musik ausgeschaltet. Zwei Stationen weiter stieg eine junge Frau mit Kinderwagen in den vollen Zug ein. Neben wir ertönte wieder die Stimme der Seniorin: „Stehen Sie auf! Haben Sie die Mutter nicht einsteigen sehen? Dieser Platz ist reserviert!“ Wieder kochte es in mir. Ich konnte meine Gefühle nicht genau deuten. War ich wütend oder wieso gelang es mir schon wieder nicht innerlich ruhig zu bleiben? Hilfesuchend und ein wenig verzweifelt blickte ich zur jungen Mutter hinüber. Diese lächelte mich freundlich an und winkte rasch den Ausruf der Seniorin ab. Erleichtert antwortete ich, dass es nicht mehr nötig sei Platz zu machen. Ausserdem sei der Zug sowieso schon überfüllt und das Ganze wäre viel zu umständlich.

 

Was ist das wichtigste Gebot?
Als die Pharisäer hörten, wie Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, dachten sie sich eine neue Frage aus, um ihm eine Falle zu stellen. Ein Gesetzeslehrer fragte ihn: «Lehrer, welches ist das wichtigste Gebot im Gesetz Gottes?» Jesus antwortete ihm: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe und mit deinem ganzen Verstand. Das ist das erste und wichtigste Gebot. Ebenso wichtig ist aber ein zweites: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst. Alle anderen Gebote und sind in diesen beiden Geboten enthalten.»
Matthäus 22, 34-40

 

Wer ist mein Nächster?
Der Nächste ist jeder Mensch, mit dem wir zu tun haben. Also nicht nur die Menschen, die wir sowieso lieben. Es kann dein Nachbar, die Kassiererin im Supermarkt, der Arbeitskollege oder dein Chef sein.

 

Wir lieben, weil Gott uns zuerst geliebt hat. (1. Johannes 4, 19)
Seinen Nächsten zu lieben ist wie im ersten Teil schon erwähnt eine Entscheidung. Dazu braucht man aber auch Treibstoff. Wie kann ein Mensch jemanden lieben, wenn er selbst keine Liebe bekommen hat? Dieser Treibstoff, der uns mit Liebe auffüllt ist bei Gott. Das Geheimnis der Nächstenliebe besteht darin zu wissen, dass Gott uns zuerst geliebt hat.

 

Im Grunde genommen macht uns Jesus alles vor. Er liebt uns, die Sünder. Er ist nett und freundlich, dankbar, geduldig und so vieles mehr.

 


Egal wer du bist, an was du glaubst und wie du zum Thema «Nächstenliebe» stehst. Ich bin überzeugt, dass genau du einen Unterschied machen kannst. Egal ob im Zug, bei dir zu Hause oder an deinem Arbeitsplatz. Jedes noch so kleine Kompliment und jede Hilfe, jedes Lächeln und jede Freundlichkeit kann in einem anderen Menschen viel mehr bewirken als du denkst!

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Anonym (Freitag, 03 November 2017 14:03)

    danke für deinen eintrag! deinen Gedanken darüber gefallen mir :)

  • #2

    God is my father (Dienstag, 12 Dezember 2017 18:21)

    Ich habe gemerkt das ich mir darüber eigentlich nie richtig Gedanken darüber gemacht habe was nächsten liebe eigentlich ist und was es heisst. Und seit dem ich deinen Eintrag gelesen habe, habe ich gemerkt das es ja eigentlich wirklich schön ist und das ich mir darüber jetzt viel mehr Gedanken darüber mache. Danke das hat mir wirklich geholfe

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